Pflegefall – was nun? Mit dieser Frage müssen sich immer mehr Patienten, pflegende Angehörige und Familien auseinandersetzen. Seit der Einführung der fallpauschalisierten Finanzierung von Krankenhausleistungen – DRGs, diagnosis related groups – im Jahr 2004, werden Patienten früher und mit einem deutlich höheren Pflege- und Versorgungsbedarf in die ambulante/häusliche Versorgung entlassen. Immer mehr Familien, Freunde, Nachbarn und Betroffene werden zu pflegenden Angehörigen. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung, zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, ist der §7 des elften Sozialgesetzbuches seit dem 01. Januar 2009, um den §7a „Pflegeberatung“ erweitert worden. Ziel ist, dass pflege- und hilfebedürftige Menschen sowie ihre Angehörigen, das richtige Maß an Intervention und Unterstützung bekommen sollen, welches sie befähigt, ein Maximum an Unabhängigkeit und Kontrolle über das eigenen Leben zu erreichen oder zu bewahren. Für Patienten und pflegende Angehörige bedeutet dies, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein individuelles Beratungs-, Unterstützungs- und Begleitangebot haben, welches jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Pflegebedürftigen zugeschnitten ist. Durch diese Form der individuellen Pflegeberatung soll die Pflege und Versorgung von hilfebedürftigen Menschen sichergestellt werden. Hierzu ist ein umfassendes Fall- oder Case-Management notwendig. Um diesen Pflegeberatungsauftrag bedürfnisorientiert, zielorientiert und strukturiert durchführen zu können, benötigen Pflegende spezielles Pflegefachwissen. |
| Der Weiterbildungslehrgang soll die Teilnehmer dazu befähigen, eine reflektierende, lebensweltorientierte, prozessbegleitende und Ressourcen nutzende Beratung durchführen zu können. Dieser Pflegeberatungsauftrag wird in allen geforderten Institutionen des Gesundheitswesens, wie z.B. bei den Krankenkassen, den Pflegestützpunkten, in der Pflegeüberleitung im Krankenhaus oder in Rehabilitationskliniken, im Entlassungsmanagement, im Sozialdienst sowie im ambulanten Bereich, usw. umgesetzt. |